Hervey Bay / Fraser Island
Nachdemich mich halbwegs in Australien, und in das Backpacker leben, eingewoehnt hab, war es an der Zeit die erst richtige Tour zu machen. Ich hab beschlossen eine Jeep Safari, ueber 2 Tage und 3 Naechte, auf Fraser Island zu machen. Fraser Island ist die groesste Sandinsel der Welt und ziemlich beruehmt fuer die Jeeptouren.
Fuer mich hiess das also, einen Tag vorher in Hervey Bay (das ist der Transferpunkt nach Fraser) ankommen, und alle Formalitaeten erledigen. Am naechsten Morgen um halb 6 aufstehen und um halb 7 am Meeting und Briefing teilnehmen. Die Einweisung fuers fahren im Sand, mit Allrad, und einem deutlich hoeheren Schwerpunk im Auto, sowie das Verhalten auf einer Naturschutzinsel dauerte dann auch noch eine Std. Dann ging es endlich los.
Sachen in die Hand, Gruppen zusammensuchen, und auf in den Jeep. Dann der erste kleinere Schock, LINKS fahren und RECHTS sitzen, und dann auch noch mit 8 anderen Leuten an Bord. Was solls, einfach Gang rein und los, passiert schon nix. Eben kurz in der Werkstatt vorbeigefahren, um das ganze Campingequipment einzuladen, im Supermarkt Essen und Getraenke fuer die naechsten 3 Tage eingekauft und dann gings ab auf die Faehre.
Die Faehre war der Ort, an dem sich die Gruppe dann kennengelernt hat. Wir hatten 2 Deutsche, 2 Schweden, 2 Norwegerinnen, 2 Englaender und einen Hollaender im Jeep. Alle
unter 21, bis auf die 2 in Schwarz, Rot, Gold. Also hiess es fuer uns 2, ueber Stock, Stein, Sand, und alle anderen Hindernisse zu preschen, waehren der Rest "auf der Rueckbank" Party gemacht hat. Die Fahrt ueber die Insel und die staendig wechselnde Landschaft, von Sandduenen, ueber gigantische Seen, Regenwald war einfach Beeindruckend.
Es ging ueber lange Strandabschnitte entlang der Kueste, zu Huegelpisten im Inneren der Insel, und am 2ten Tag ueber scheinbar unueberwindbare Steinblockaden. Auf dem Weg ueber die Insel haben wir uns dann auch noch verschiedene Abkuehlungen gegoennt, unter anderem an Lake Wabby, Lake McKenzie, den Champagne Pools.... und wenn was nicht auf dem Weg lag, dann sind wir einfach querfeldein durch die Pampa um die grandiose Aussicht von Indian Head zu geniessen. Die Wege waren nicht einfach zu fahren, und es hat den ein oder anderen Adrenalinschock gekostet, wenn man sehr starke Seitenlage hatte, und gedacht hat, dass jeden Moment der Jeep auf der Seite liegt, oder mit der Schnauze im Sand versinkt weil der Huegel ueber den man gerade gesprungen ist doch hoeher war als er aussah. All diese "Adrenalinmomente" waren aber geanu das worauf es ankam und es war der groesste
Adrenalinfluss pur fuer mich, als es hiess die Gruppe und den Jeep heil ueber diesen Steinvorsprung zu bringen. Es gab nur 2 Optionen, entweder den Umweg uebers Innland, oder den Versuch den Jeep heil ueber diese Felsenstasse zu bringen. Nach einigen Momenten der ueberlegung, und Beobachtung, wie problematisch die Fahrt fuer andere war, und wie schwer es fuer uns werden wuerde, fiel die Entscheidung. Wir machen es! Oder besser gesagt, der Rest hat entschieden dass ich dass doch zu schaffen hab! OK, ersteinmal alle aus dem Jeep geworfen, und den ganzen Kram vom Dach, auf den Boden verlegt. Dann 3 min vor und zurueck gefahren, weil die Holzkloetze immer wieder von der Flut weggeschwemmt wurden, und kurz darauf einfach die Fahrt gewagt. Die Reifen ueber den ersten Felsen gebracht und den ganzen Jeep wie ein Karussell wackelnd, Stueck fuer Stueck nach vorn gebracht. Dann der Felsen der nur ueber die eine Seite ging und mich in steile Schraeglage brachte. 200 Puls. Mit ausgestrecktem Arm kann ich fast den Felsen beruehren. Einfach weiter, und geschafft! Als die Vorderreifen wieder Sand gefasst haben, hab ich erst die halbe Strecke gemacht. So weit gekommen, ging es einfach nicht mehr zurueck. Also nochmal Arschbacken zusammen und rauf mit der Karre auf den Felsvorsprung. Mit einem zweiten Ruck den Jeep ueber den Felsen gebracht und wieder Karussell. Nur noch 50m, dann war hab ich es hinter mir, und vielleicht wieder normalen Puls. Geschafft. Alles heil, alle wieder an Bord und weiter gehts. Zum Schiffswrack am Strand.
So hab ich die Tage auf Fraser verbracht, meist hinter dem Lenkrad. Die Abende dagegen haben wir mit Zeltaufbau, kochen, und zusammen bei Trinkspielen anstossen verbracht.
Nach 3 Tagen war die Tour dann auch zu Ende und es ging zurueck nach Hervey Bay. Und wie soll es anders sein, dort wurde natuerlich zuerst ein Pizza all you can eat veranstaltet und spaeter wurden alles zum gemeinsamen Feiern eingeladen. Wie sollte es anderes sein, als eine
grandiose Party mit sehr spaetem Ende und neuen Reisegefaehrten fuer die naechste Zeit. Nach der Nacht in der Haengematte, anstatt im Bett, haben sich die 2 Schweden, die 2 Englaender und Ich zu einer neuen Reisegruppe zusammengefunden. Von Hervey Bay aus ging es fuer uns dann nach Airlie Beach.
Dennoch sollte es auf dem Weg dahin noch den ein oder anderen Zwischenstopp geben.
Diese Tour und die Leichtigkeit mit der man hier die verschiedensten Menschen trifft, sollte sich fuer eine laengere Zeit als einer der positiven Punkte des Reisens herausstellen.
Daher Sachen gepackt und auf in zum naechsten Ziel, segeln auf den Whitsundays und schnorcheln am Great Bareer Reef.
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