Carins - Darwin "The Road Trip"
Sonntag 10 Uhr, gerade auf dem Weg um uns mit den anderen Reisegefaehrten zu treffen und den Campervan abzuholen den wir fuer den Trip nach Darwin gemietet haben. An dieser Stelle wussten wir immer noch nicht was fuer ein Auto wir ueberhaupt bekommen werden. Alles ein grosses Mysterium an dieser Stelle, dennoch keine Scheu sich dem engen Raum und der anstehenden Naehe fuer die naechsten 6 Tage zu stellen. Nach 2 Stunden, etlichen Formularen, Fuehrerscheinkopien, Kreditkarten und Wartezeit wurden wir zu unserem Wagen gebracht. Dann BOOM, dicke Ueberraschung. Von wegen kleiner, alter, mieser, Campervan fuer 3 Leute in den sich 5 quetschen. Neuer schicker 5 Sterne Mercedes Wohnwagen mit Kueche, Kuehlschrank, Dusche, DVD-Player, Fernseher, Klima und grossen Betten. Einfach ein Hotel auf Raedern, oder auch die USS ENTERPRISE fuer Backpacker.
An dieser Stelle sollte ich dann auch noch die ein oder andern Eckdaten fuer unseren Trip angeben. Also:
Entfernung: ca. 2800km
Zeit: 6 Tage
Personen: 5
Miete, Versicherung, etc. pro Tag: AUD 20
Sprit & Essen fuer komplette Strecke pro Person: ca. AUD 200
Spritrueckzahlung bei Ankunft in Darwin: AUD 210
Kosten fuer "kleinen Unfall" pro Person: AUD 20
Kosten fuer Campingplatz, Uebernachtung: ca. AUD 15/ Nacht (manchmal auch nix)
Spassfaktor: Unbezahlbar
Mit diesen mehr oder weniger akkuraten Kosten war das ein super billiger Spass ueber die gesamte Dauer der Fahrt, auch wenn diese sehr monoton war. Nach ca. 45 min waren wir weit genug aus Cairns raus, um festzustellen dass das eine lange Reise wird, obwohl uns noch nicht wirklich bewusst war wie allein wir auf der Strasse sein werden. Die reine Autofahrt ist sehr schnell und einfach beschrieben. Es ist kaum jeman auf den Strassen ausserhalb der Stadt unterwegs. Die Autos, die wir taeglich ueberholt haben, die lassen sich an einer Hand abzaehlen. Und die die uns entgegengekommen sind, waren nie mehr als 15 am Tag. Einfach gesagt, auf einer Strecke von taeglich ca. 600-700km gabs ein paar Haende voll Verkehr, 5 Backpacker im rollenden Hotel, 2-3 Staedte (mit ca. 50 Einwohnern) und etwa 50 tote Kangurus am Strassenrand. Traurig aber Wahr, ich hab in diesen 6 Tagen mehr tote Kangurus, als lebendige in den letzten 2 Monaten gesehen. Die Strasse gehoerte dennoch fast immer uns. Nur fast immer, weil immer dann wenn uns ein "Road Train" aus der Ferne entgegenkam war das nicht nur seine Strasse, sondern auch seine Entscheidung was er am leben laesst. Diese Trucks sind einfach nur Monster. Bis zu 50m lang und ueber 100t schwere geschosse die durchs gaehnende nichts rasen. Was von einem Road Train getrofffen wird, hat keine Chance, und gebremst wird nicht....einfach aus dem Gruund, da der Bremsweg einige km fuer das Monster ist. Also sobald eine gr. Staubwolke am Horizonz auftauchte hiess es immer, ganz am Strassenrand und schoen langsam fahren. Und JA, es ist schon ein ziemlich respekteinfloessendes Gefuehl wenn das Monster an einem vorbei presscht. Dennoch da das ja nicht alle 10 min passiert, haben wir oft genug die restliche Zeit mit DVD gucken, lesen, oder einfach nur bloedsin verbracht. Geschlafen haben wir die Tage ueber an Campingplaetzen um das "Hotel" wieder mit Wasser aufzufuellen, die Batterie zu laden und einfach mal fuer einen Moment von der Strasse zu sein. Doch auch auf den Campingplaetzen gibt es nicht viel zu sehen. Wie die Strassen, sind die Campinplaetze umgeben vom Outback.
Die faszinierendste Sache an der Umgebung von Cairns nach Darwin ist, der Wechsel der Landschaften in manchmal, fuer Aussie verhaeltinsse, sehr kurzen Abstaenden (also ca. 4-6 Std.). Im ersten Moment, als wir Cairns verlassen haben, war die Umgebung ziemlich tropisch, gruen, sogar mit kleinen Gebrigen hier und da. Je weiter wir landeinwaerts gefahren sind, wurde es immer trockener, die Farben haben sich von gruen zu gelb und rot geaendert und es haben sich riesige Flaechen von nichts, ausser der Strasse vor einem selbst, aufgetan. Links und Rechts von der Strasse gab es dann noch nur das Outback. Genau dort sollten Unfaelle vermieden werden. Was ein Maedel von uns, nicht wirklich davon abgehalten hat diese Regel zu brechen. 2 Spuren, links und rechts nichts ausser rotem Gestein, und Sie schafft es dann auch noch den einzigen, jede 1000m, auftauchenden Plastikpoller am Strassenrand mitzunehmen, und die halbe Plastikverkleidung an der Seite der ENTERPRISE zu demolieren, und vor Schock das Lenkrad so umzureissen das wir beinahe auf ner anderen Milchstrasse gelandet waeren...aber irgendwie hat Sie dann doch noch die Strasse gefunden und 200km spaeter angehalten.
Dann haben wir uns mal den Schaden angeguckt und beschlossen dass Klebeband und ein wenig Museklkraft zum wieder zurechtruecken genug ist um wieder weiter zu fahren. Und Ja, es hat gereicht. Bis wir den Wagen wieder abgeben mussten und uns wieder ein haufen Papier entgegengelacht hat. Aber es war alles gut, bis auf die 20 Dollar pro Person die wir blechen mussten. Es haette schlimmer sein koennen, vielen Dank fuer den guten Schutz auf der ganzen Reise Kanguru-Hoden. Ach ja stimmt. Hab ich ja schon fast vergessen. Auf der ganzen Reise hat uns ein, am ein am Rueckspiegel haengender, Kanguruhoden begleitet und vor schlechten Einfluessen geschuetzt. Bevor ihr fragt, JA es ist ein ECHTER! Die machen hier die wildesten Sachen daraus, Schluesselanhaenger, Flaschenoeffner, Geldboersen....und und und....und hier sind wir dann auch angekommen in Darwin.
Darwin, die Hauptstadt des Northern Territories, Gateway nach Asien oder auch "der Arsch der Welt" allerdings mit 35 Grad jeden Tag und keinen Jahres- sondern Regen- und Trockenzeiten.
Hier angekommen muss erstmal ein Job her, und Ja, hier heisst es erstmal nach ca. 10 Wochen: Rucksack auspacken und "wieder sesshaft werden". Mal sehn wie das klappt.
Also bis dann... ich leg mich mal erst in die Sonne!
Dienstag, 7. Juli 2009
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